Was reizt die Frauen an sogenannten echten Kerlen?

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Frauen, die im deutschsprachigen Raum online auf Partnersuche gehen, wollen sich lieber einen echten Kerl als einen Softie angeln. Eine maskuline, gepflegte Erscheinung und „typisch männliche“ Eigenschaften stehen wieder hoch im Kurs. Sind schlechte Zeiten angebrochen für „Frauenversteher“, bis zur Selbstaufgabe anpassungsfähige Typen mit hohem Kuschelfaktor und selbst ernannte Feministen?

So sieht es aus, glaubt man entsprechenden Studien aus Deutschland. Nach Ansicht von Experten lassen sich die Ergebnisse auch auf emanzipierte Schweizerinnen und Österreicherinnen übertragen. Demnach stehen Frauen weitaus mehr auf sportliche, muskulöse und spontane Männer als auf Träumer, die jedes Problem bis ins Detail zerpflücken wollen. Heisst das, das „Schweigen der Männer“ ist wieder angesagt, mit dem die sogenannten Herren der Schöpfung Millionen Frauen zur Weissglut oder Verzweiflung trieben? Darum geht es offenbar weniger, vielmehr um Dynamik, Zielstrebigkeit und Aktivität. Wünschen sich moderne Frauen insgeheim wieder einen Versorger, von dem sie finanziell abhängig sind? Ganz so simpel ist die Antwort nicht. Ebenso wenig die, ob eventuell das alte Spiel wieder losgeht: Du schleppst, entsorgst den Müll, mähst den Rasen – und ich belohne dich dafür mit Sex! Dafür sind die Frauen heutzutage erotisch viel zu selbstbestimmt.

Es handelt sich offenbar in erster Linie um die Erkenntnisse, dass allen Gender-Debatten, Frauenquoten und weiblichen Bewerbern für einstige Männerberufe zum Trotz die Unterschiede zwischen Mann und Frau wieder als attraktiv gelten. Warum mit einem Mann flirten, schlafen, leben, der sich nicht wie ein solcher benimmt? Der watteweich, unentschlossen, passiv und unpraktisch wirkt? Der sexuell nicht die Initiative ergreift, geschweige denn sein Verlangen nach Körperkontakt zu erkennen gibt? Häufig ist zu hören, viele Frauen müssten sich bei ihren Partnern so abrackern, weil denen die Lust vergangen sei. Überall managen die Frauen den Alltag, und sie machen es auch noch gut, nämlich strukturiert, weitschauend und umsichtig. Wie kann ein weniger multitasking-begabter Mann da mithalten? Wo doch sowieso allgemein bekannt ist, dass Männer Beziehungen eingehen, um zur Ruhe zu kommen. Frauen hingegen versprechen sich davon den grossen Flamencozauber, der über Jahre zündet.

Wie soll der richtige Mann aussehen?

Diesen Unterschied zwischen Mann und Frau kann die holde Weiblichkeit also nicht meinen. Unten durch ist der Stubenhocker, der auf ihre Vorschläge wartet. Angesagt ein echter Kerl, der mal etwas mit seinen Buddies unternimmt und mit ihnen zum Fussball, Klettern oder Rafting abzieht. Er soll in der Lage sein, zu Hause anfallende Reparaturen auszuführen und angesichts einer Stromleitung nicht nervös zu zucken anfangen. Wenn er ausserdem noch Gas gibt und beruflich weiterkommt, sich an der Hausarbeit und der Kindererziehung beteiligt, erfüllt er bereits einen grossen Teil dessen, was sich Frauen unter einem echten Kerl vorstellen. Dass er eine Granate im Bett und obendrein noch treu ist, macht ihn in den Augen der meisten befragten Frauen zum absoluten Traummann.

Dieser Anforderungskatalog hat es ganz schön in sich und spricht nicht gerade für die Bescheidenheit der Frauen. Und wo bleibt die Liebe, wird sich mancher fragen. Niemand verliebt sich schliesslich in einen Burschen, weil er so tüchtig und vielseitig ist, sondern weil er Witz und Charme besitzt, zärtlich ist, was auf dem Kasten hat oder irgendwie rätselhaft oder geheimnisvoll wirkt. Attraktivität spielt ebenfalls eine grosse Rolle. Müssen die Männer also befürchten, dass sie in einer festen Beziehung so hingebogen werden sollen, damit sie im Sinne ihrer Partnerin funktionieren?

Diesen alten Fehler gemacht zu haben, musste schon manche Frau bereuen. Er gehört zu den Beziehungskillern Nummer eins. Wer daran unverbesserlich festhält, wird mit hundertfachem Anhören des über 30 Jahre alten Songs „Männer“ von Herbert Grönemeyer bestraft, der damals schon liebenswerte Antworten auf die Frage „Wann ist ein Mann ein Mann?“ fand und damit ganz bestimmt echte Kerle gemeint hat.

Über Marcel Scherrer

Geschäftsführer
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