Nobody`s perfect – allzu hohe Ansprüche können einsam machen

Natürlich ist jeder heute ach so unabhängig. Kontakte hat man zu Hunderten via Facebook etc. Dennoch stellen viele Singles, die zunächst das Single Dasein sehr genossen haben, fest, dass sie sich an den Wochenenden doch allein und irgendwie frei gesetzt fühlen. Dann, wenn man schon immer online ist, geht die Suche nach einem Partner los, der zu 80 % und mehr kompatibel ist. Unter dem macht man es nicht, man hat ja seine Ansprüche. Zunächst scheinen sich auch einige Traumkandidaten zu zeigen: der smarte Arzt aus der gleichen Stadt, der auch ähnliche Hobbys wie man selbst hat. Oder ein Kandidat, der zwar etwas weiter weg wohnt, der aber gerne an den Wochenenden ausströmt, um Abenteuer zu erleben. Perfekt, es kann also losgehen.

Einsam oder Zweisam

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Anzeigen Codes und die Realität

Oft merkt man schon beim ersten Telefonat, dass die Versprechen, die so golden durch die Anzeigenzeilen blitzten, nicht annähernd eingelöst werden. Der so ungebundene, reisefreudige Kandidat entpuppt sich als Muttersöhnchen, das alle zwei Wochen die Mutter im Sauerland besucht. Der Arzt ist gar keiner, sondern einer, der für eine Pharmafirma Klinken putzen geht, aber immer von einem Medizinstudium geträumt hat. Was nun? Weg klicken, nie mehr melden? Nun geht es aber in den Bereich der Realität, und die hält eben auch Halbprinzen oder sogar Halbfrösche bereit. Kann man das ertragen, will man das ertragen? Und die wichtigste Frage überhaupt: Ist man selber denn eine Traumfrau?

Schwächen können auch charmant sein

Wer niemandem eine Chance gibt, der nicht „perfekt“ ist, wer an seinen hohen Ansprüchen klebt, der muss damit rechnen, dass er irgendwann ganz allein da oben hockt. Die Perfektion, die man von einer anderen Person fordert, der Dauercharme, immer tolle Ideen, Sport en masse und abends noch ein Candle Light Dinner? Hält man das denn überhaupt aus und vor allen Dingen durch? Die meisten Menschen möchten auch mal klein und etwas schlumpfig sein dürfen, in der Jogginghose Popcorn essen. Und wer eignet sich als Begleitung besser als jemand, der auch nicht gerade jeden Abend den Marathon läuft? Diese vermeintlichen Schwächen sind doch einfach auch Facetten jedes Lebens, banal sein zu dürfen, müde, schwach, einfach menschlich.

Ansprüche ignorieren, spontan sein

Am besten fährt man doch sowieso damit, Situationen so anzunehmen, wie sie kommen. Und wenn ein Mensch nach der „Werbephase“ auch einmal faul, langweilig und alles andere als strahlend ist, kann das der Beginn einer ganz normalen Partnerschaft sein. Menschlich, nicht perfekt.

Über Marcel Scherrer

Geschäftsführer
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